Deep Dive Auftragnehmerengagement

Die Debatte um die Rolle der Wirtschaft bei der Gestaltung nachhaltiger und sozial gerechter Standards ist nicht neu. In einem Spannungsfeld zwischen politischer Steuerung und unternehmerischer Eigenverantwortung ist es längst nicht mehr nur eine Frage des „Ob“, sondern des „Wie“. Die Wirtschaft, mit all ihren Möglichkeiten zur Innovation und Transformation, steht vor der Herausforderung, freiwillige Maßnahmen nicht nur zu formulieren, sondern sie auch wirksam und praktikabel umzusetzen.

Einige dieser relevanten Handlungsfelder, die die Brücke zwischen Theorie und Praxis schlagen, werden im Folgenden beleuchtet. Die Kategorisierung dient dabei als Orientierungshilfe, um ein Verständnis dafür zu schaffen, wie komplex, aber auch machbar freiwillige Maßnahmen gestaltet werden können.

Mögliche Bereiche und deren Anforderungen für die Umsetzung:

  1. CO2:
    • Gut: Auf Projektebene den Treibstoff- und Energieverbrauch erfassen und jährlich intern berichten.
    • Besser: Die Emissionen von Baustellen tracken, einen Anti-Leerlauf-Plan implementieren und klare Emissionsziele festlegen.
    • Am besten: Subunternehmer-Emissionen konsequent nachverfolgen und öffentlich drittgeprüfte CO2-Daten veröffentlichen.
  2. Abfallmanagement (Waste Management):
    • Gut: Mindestens 75 % des Abfalls recyceln und dokumentieren.
    • Besser: Eine Strategie für Abfallmanagement entwickeln, die spezifische Reduktionsziele pro Quadratmeter definiert.
    • Am besten: Eine Recyclingquote von 90 % erreichen und den verbleibenden Abfall durch innovative Lösungen minimieren.
  3. Wassermanagement (Water Management):
    • Gut: Für Bauprojekte einen Wasserplan erstellen und die Einhaltung relevanter Vorschriften sicherstellen.
    • Besser: Maßnahmen zur Wassereinsparung oder -wiederverwendung konkret dokumentieren und umsetzen.
    • Am besten: Den Bauwasserverbrauch systematisch erfassen und die Auswirkungen durch Strategien wie den Einsatz von Wasserzertifikaten kompensieren.
  4. Materialien (Materials):
    • Gut: Nachhaltige Materialien fördern und Produktdeklarationen (EPDs) einfordern.
    • Besser: Zwei Materialien pro Projekt durch nachhaltigere Alternativen ersetzen.
    • Am besten: Den „Embodied Carbon“ bewerten und diese Daten öffentlich zugänglich machen, um Transparenz zu schaffen.

Der Weg hin zu einer nachhaltigen Wirtschaft, die freiwillig Verantwortung übernimmt, ist kein Sprint, sondern ein Marathon. Die vorgestellten Kategorien illustrieren, wie groß das Potenzial für freiwillige Standards ist – von der Reduktion von CO2-Emissionen bis hin zum Wassermanagement auf der Baustelle. Besonders entscheidend ist dabei die Skalierbarkeit und Umsetzbarkeit solcher Standards. Wenn es gelingt, freiwillige Maßnahmen so zu gestalten, dass sie von kleinen und großen Unternehmen gleichermaßen getragen werden können, besteht die Chance auf einen echten Wandel.

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